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Es ist noch gar nicht so lange her, dass man, wenn man freundlich Auskunft über den Rassenamen seines vierbeinigen Begleiters gab, bei "Cao de Agua Portugues" nur einen fragenden Gesichtsausdruck des jeweiligen Gegenübers entgegengebracht bekam. Dann brachte man noch "Portugiesischer Wasserhund" ein und spätestens dann fühlte sich Mensch etwas "veräppelt", wie man hier in Norddeutschland sagt.

Heute ist das schon anders, obwohl man sich manchmal dabei ertappt, dass man nach der Benennung der Rasse noch die Äußerung "der, den US-Präsident Obama hat" eingeworfen hat, obwohl man das eigentlich gar nicht wollte.

Nun ja, wie der Name schon sagt, kommt der Portugiesische Wasserhund aus Portugal.  In Portugal haben es die Hunde den Menschen möglich gemacht, den Lebensunterhalt durch die Fischerei zu bestreiten und die Hunde haben sich so als vollwertige Arbeitskräfte ihre Mahlzeit verdient. So wurde stets die Mahlzeit mit dem Hund geteilt und wert darauf gelegt, dass der Hund aus alter Tradition heraus den ersten Bissen bekam. Wann genau sich die Portugiesen der guten Eigenschaften der Wasserhunde bedient haben, kann man heute nicht so genau sagen, die Hunde haben sich im Laufe der Zeit angepasst und die Menschen schätzten die unabhängige Art, das Furchtlose und die Bereitschaft mit den Menschen zusammenzuarbeiten. So holten sie beispielsweise die Netze mit ein und brachten Nachrichten von einem Boot zum anderen (diese ursprüngliche Verwendung wird heute wettkampfmäßig in Amerika noch gelebt in Form von Wasserarbeit (Water Trial).

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Als einer der Nationalhunde Portugals ist der Portugiesische Wasserhund von mittlerer Größe, kräftig gebaut, in der Lage den ganzen Tag seine Arbeit zu verrichten in der Fischerei, intelligent, mutig, treu, eignet er sich als Begleiter und Wachhund.

Die Rasse lässt sich gut mit Hunden anderer Rassen zusammen halten. Aufgrund vieler positiver Eigenschaften eignen sich die Wasserhunde auch für weitergehende Ausbildungen als beispielsweise Blindenführhunde, Rollstuhl-Begleithunde, Hunde für Gehörlose, Therapiehunde für Kinder mit verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten etc. Ein großes weiteres Aufgabengebiet ist die Rettungshundearbeit, für die ein Wasserhund ebenso geeignet ist wie manch anderer Hund.

Weil die Fischer in Portugal heute nicht mehr mit den Netzen ausfahren, um zu fischen, sind die Wasserhunde quasi "arbeitslos" geworden und haben nunmehr letztendlich die wichtige Aufgabe des ganz normalen Familienhundes bekommen, der kinderlieb, verträglich und recht einfach zu erziehen sein soll.

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Der Jagdtrieb ist mal mehr und mal weniger ausgepägt. Es gibt Hunde, die auf einem Spaziergang schon mal die Fährte verfolgen, die ein den Weg kreuzender Hase gehoppelt ist. Aber sie sollten dann auch so führig sein, dass sie kommen, wenn man sie ruft. Wenn ein Tier vor ihnen wegläuft, dann laufen sie zwar hinterher (ich denke da an unsere Katzen zuhause) aber haben dann nicht den „Killerinstinkt“ wie der eine oder andere Jagdhund und guckt sich dann hilfesuchend ganz verdutzt nach seinem Menschen um, wenn die Katze plötzlich stehenbleibt. Also, Opfer hatten wir bisher nicht zu beklagen, allerdings kann die Stimmung bei einem jagenden Rudel jederzeit kippen und Urinstinkte durchdringen, so dass man doch darauf achten sollte, dass auf einem Spaziergang ein Stöbern sofort unterbunden wird und der Hund von seinem Vorhaben abgebracht wird. 

Ja, sie haben auch hervorragende Apportiereigenschaften. Gern holen sie nach und nach sämtliches Spielzeug aus der Kiste (oder das, was sie gerade so finden) und beschenken den Menschen reichlich, wenn er beispielsweise von der Arbeit kommt. Klar genießen sie dann auch die Aufmerksamkeit, die ihnen entgegengebracht wird. Suchspiele und Schnüffelstunden sind ebenfalls sehr beliebt. Für stundenlanges Radfahren ist der Wasserhund allerdings nicht zu begeistern.  

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 Bei guter Pflege und Ernährung kann der Wasserhund sehr alt werden, nicht selten über 14 Jahre. Den Tierarzt sehen die meisten nur einmal jährlich zum Impftermin. Von gesundheitlichen Problemen bleiben Wasserhunde zum Glück meistens verschont. Verantwortungsvolle Züchter haben aber ein wachsames Auge auf auftretende Erbkrankheiten, die heutzutage glücklicherweise per entwickeltem Gentest in Amerika im Vorfeld untersucht bzw. getestet werden können und sollten.
 
Wasserspaß mit Hund
Zu den vielen Sachen, die man so mit einem Portugiesischen Wasserhund anstellen kann, gehört auch die Beschäftigung im Wasser (...ach). Sollten Sie mehr von Ihrem Hund erwarten als Planschen und Stöckchen holen aus dem Wasser, dann versuchen Sie sich doch mal am "Water-Trial", das macht dem Hund viel Spaß und Herrchen oder Frauchen können sich auch sportlich betätigen bis hin zur "Wettkampfreife". Wettkämpfe dieser Art gibt es schon in verschiedenen Ländern und vielleicht ja endlich bald auch bei uns. 
 
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