Pflege

Rapunzels güldnes Haar…..

will nach einem Seebad in Entengrütze oder lustigem Wälzen in Schiet und Dreck auch mal gewaschen werden. Nach ein paar Monaten des Zusammenlebens mit seinem Wasserhund, wird man feststellen, dass diesem schon ziemlich lange Haare gewachsen sind. Und spätestens wenn man meint, dass der Vierbeiner mehr über Fusseln denn über Haare verfügt und diese dann noch unmotiviert wie herabhängendes Gras mit Hang zu Spliss aussehen oder man versucht, der Fussel Herr zu werden und kämmt und sämtliche Haare plötzlich abstehen wie ein Heiligenschein, dann ist es Zeit für ein Bad!

Der nomale Hundehalter war bereits im Futterhaus oder Fressnapf und hat sich extra Hundeshampoo besorgt, nachdem er gelesen hat, dass ein Hundehaar anders aufgebaut ist als ein Menschenhaar und andere Ansprüche hat. Komischerweise ist Hundebaden immer Sache der Frauen und der Göttergatte schaut zwischendurch nur mal grummelnd über die Schulter, um zu sehen, ob nach dem Einweichen schon der erste Beauty-Effekt zu sehen ist, weil sein eigenes Menschenshampoo um ein Vielfaches günstiger war als das neu angeschaffte Vierbeiner-Pflegeprodukt..
So, und nach dem Einweichen mit der halben Flasche Shampoo und diversen Krauleinheiten zwecks Verteilung in jede Hundekörperregion, abbrausen und anschließendem einstündigen Trocknen mit dem praktischen Reisefön, ist die Hausfrau dann enttäuscht, dass der eigene Hund nicht so fluffig und flauschig daher kommt, wie es die Beschreibung auf der Hundeshampoo-Verpackung versprochen hat (und so schön geschäumt hat es auch nicht).

Da muß Abhilfe geschaffen werden.

Wenn man schon bei den Menschenshampoos vor lauter Volumen-Kollagenen, Re-Nutrifikation und beruhigenden Haarsprays für das feine glanzlose Haar den Überblick verliert, dann bekommt man sicherlich große Augen, wenn man sieht, was man derzeit auf dem „Hundepflegemarkt“ so alles erwerben kann. Sicherlich ist das Fell unserer Wuschel von Hund zu Hund verschieden aber im allgemeinen haben sich Shampoos bewährt, die angewandt mit anschließender Spülung Feuchtigkeit spenden. Im Moment die besten Erfahrungen machen wir mit dem Aloe Vera-Shampoo der Firma PSH.
Man kann es u.a. hier bestellen:

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Gute Hundeshampoos kann man mindestens 1:4 mit warmem Wasser verdünnen, woraufhin man gar nicht ein solche große Menge an Shampoo benötigt. Shampoo und anschließende Spülung lassen sich am besten in leeren Weichspülerflaschen (von der Menschenwäsche) mixen, so dass man nicht extra eine spezielle Mixflasche kaufen muß. Das Shampoo sollte sich durch Schütteln so gut wie möglich auflösen, bevor man den Inhalt der Flasche auf dem Hund kippt. Handwerklich begabte Leute können in den Weichspülerflaschenverschluß ein paar Löcher bohren, damit nicht zu viel auf einmal aus der Flasche kommt und man den Inhalt gut verteilen kann.
Danach wird gründlich abgebraust, so dass kein Shampoorest mehr im Fell verbleibt. Zwischenzeitlich haben wir die Spülung in unserer praktischen Weichspülerflasche angesetzt und verteilen sie ebenfalls im Haar. Anschließend wird wieder gründlich gespült und falls da mal ein klitzekleiner Rest Spülung im Fell bleibt, ist das auch nicht so schlimm.
Zum Abtrocknen eignen sich am besten spezielle Hundehandtücher, die viel Wasser aufsaugen ähnlich wie ein Fensterleder, man kann natürlich auch ausgediente Frotteehandtücher nehmen, die mittlerweile sowieso schon dem Zweck der Hundepfotenreinigung nach dem Gassigang ihrer Bestimmung zugeführt wurden.
Jetzt kommt der langweilige Teil, das Fönen. Nicht jeder hat so einen Turbo-Alles weg blas-Leistungsfön, der das Wasser aus dem Fell drückt, wie der Hundefrisör oder Hundezüchter und muß sich daher mit dem oben bereits benannten Reisefön behelfen oder nimmt den guten Familienfön. Die Temperatur sollte natürlich nicht zu heiß sein, lieber etwas kühler und auf die stärkste Gebläsestufe stellen. Perfekt wäre, wenn sich jemand vor den Tisch setzt (wir gehen davon aus, dass man sich rückenschonend an einen Tisch setzt anstatt auf dem Fußboden herumzukriechen) und beruhigend auf den Hund einredet oder den Kopf etwas festhält, während die Person Nummer zwei in der einen Hand den Fön hält und mit der anderen das Fell in Wuchsrichtung bereits mit einer Zupfbürste in Form kämmt. Eine Zupfbürste heißt nur so, es ist quasi eine breite Bürste mit kürzeren Drahtstifen, die die Haut nicht verletzen, also mit Zupfen hat das weniger zu tun. Der Vorteil des Bürstens während des Trocknens liegt darin, dass das Fell schneller trocknet, da es schon entwirrt wird und dann auch gleich noch in der richtigen Richtung liegt. Solch eine Zupfbürste gibt es hier:

Slicker-Brush, hier klicken

Man wird feststellen, dass der Körper relativ schnell trocken ist aber die Beine, Kopf und Ohren etwas länger brauchen zum Trocknen. Notfalls kann man diese Stellen auch „bügelfeucht“ und an der Luft noch etwas trocknen lassen (der Hund wird wahrscheinlich sowieso keine Lust mehr auf Stillstehen und an ihm Herumzuppeln haben).
Im besten Fall hat man jetzt diesen fluffigen Hund, dessen Haar im Wind hin und her wippt und man nur noch die Nase reinstecken will in dieses toll duftende Plüschfell.
Regelmäßiges Baden beugt auch den Filzknoten vor, da man während des Trocknenvorgangs mit der Bürste auch kleinere Knötchen im Ansatz schon findet und rausbürsten kann.

 

Wie bekomme ich die Wallemähne gebändigt?

Der Cao de Agua besitzt entweder ein welliges Haarkleid (wavy coat) oder ein gekräuseltes Haarkleid (curly coat). Die Haare beim Curly sind aber nicht immer in derselben Ebene gewellt, sondern in verschiedenen, so dass sie spiralförmig erscheinen. Es wird behauptet, dass der Cao de Agua nicht haart, was nicht ganz richtig ist. Er wechselt ebenso wie andere Hunderassen sein Haarkleid, nur verliert er die toten Haare nicht, denn sie werden von den nachwachsenden Haaren festgehalten. Darum sollte er mindestens einmal die Woche (besser zweimal) gründlich gebürstet werden, damit sich keine Fremdkörper festsetzen und das Haar nicht verfilzt. Man sollte mit der routinemäßigen Fellpflege schon im Welpenalter anfangen und sie ggf. auch schon mit dem Geräusch der Schermaschine vertraut machen, so dass sie später keine Angst davor haben und die Schur nicht in einem Ringkampf ausartet. 

1gucci4Zum Bürsten eignen sich am besten eine Bürste aus Naturborsten und Nylonstiften oder eine Bürste mit dicht gestellten, gebogenen Drähten, die auf einem nachgebenden Kissen angebracht sind. Die beste Bürste, die derzeit auf dem Markt ist, ist die Bürste der Firma Acti-Vet (vormals Les Poochs), die aber leider unverschämt teuer ist. Bei zwei Hunden aber sicher schon eine lohnende Anschaffung. Die etwas günstigere Variante mit dem gleichen System der nachgebenden Kissen gibt es bei der Firma Ehaso zu bestellen.  Gänzlich ungeeignet sind Bürsten mit Drahtstiften und gummierten Enden, da sie mehr Haare ausreißen als bürsten. Man legt den Hund am besten auf die Seite auf den Boden oder dem eigenen Rücken zuliebe noch besser auf einen Tisch und teilt das Fell längs des Rückgrats und bürstet von diesem Scheitel behutsam nach unten. Dann teilt man den nächsten Scheitel ab und wiederholt diesen Vorgang über die Seite bis zu den Beinen. Man sollte auch auf die Handhabung der Bürste achten und nicht im spitzen Winkel agieren, so dass die Drahtstifte sich in die Haut bohren könnten. Wenn man es richtig macht, kann es schon mal sein, dass der Hund bei der Prozedur einfach mal einschläft.

Acti-Vet Bürste in lila, hier klicken

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Bei oberflächlicher Behandlung bleiben Filzknoten zurück, die das spätere Durchkämmen erschweren. Sollten sich solche Filzknoten einmal eingeschlichen haben (kommt immer mal wieder vor, besonders in der Gegend der Achselhöhlen und unter dem Bauch), kann man ein Entfilzungsmesser benutzen, das aus mehreren kleinen Klingen besteht. Mit diesem trennt man vorsichtig den Filzknoten auf und bürstet das gelöste Haar anschließend heraus.

Entfilzungsspray als kleine Hilfe, hier klicken

Entfilungsmesser zum Beispiel, hier klicken

Ist der Körper durchgebürstet, kommen der Oberkopf und die Ohren an die Reihe. Beim Cao de Agua wachsen Haare im Gehörgang, die regelmäßig mit den Fingern ausgezupft werden müssen, sonst könnten Entzündungen entstehen. Von Zeit zu Zeit sollte man einen Ohrreiniger verwenden. Ich muß auch sagen, dass die Ohren bei allen hervorragend guten Aspekten und Eigenschaften unserer Portugiesen ein kleiner Minuspunkt sind und besonders bei Hunden, die oft im Wasser sind oder gar tauchen, muß man "pingeligst"  darauf achten, dass die Ohren bei der Pflege des Hundes nicht vergessen werden. Da in den meisten Fällen das Haar vom Kopf über die Augen hängt, muß man auch immer wieder die Augen kontrollieren und ggf. „Krümel“, die sich meistens auf der Innenseite bilden am besten mit einem feuchten Tuch oder in hartnäckigen Fällen mit einem sogenannten Flohkamm entfernen. Man kann die Haare über den Augen natürlich auch mit einem Haargummi (nie normales Gummiband) nach oben zusammenbinden aber bei unseren Hunden dauert es gerade mal 5 Minuten und das Gummi ist wieder raus.   

Mir scheint, dass es gerade bei den Hundejungs das Phänomen der "Hyper-Kitzeligkeit" im Beinbereich gibt. Der eine oder andere fängt dann an zu strampeln oder versucht, die Beine unter dem Körper zu verstecken, so dass Mensch nicht mehr drankommt. Aber, meine Herren, dies ist leider notwendig und tut auch gar nicht weh. Die Jungs sind auch sowieso etwas mimosenhaft in vielen Bereichen...ich sag´nur "Pieks beim Tierarzt".....aber das ist ein anderes Thema.

Wer mit seinem Wasserhund zu Ausstellungen gehen möchte, sollte ihn dort mit dem typischen „Löwenschnitt“ (Lion-clip) präsentieren, der eigentlich ganz einfach zu scheren ist. Eine Präsentation in der anderen Schurart (Retriever-clip), die größtenteils in Amerika gezeigt wird, ist natürlich auch zulässig aber es kommt häufig vor, dass die Richter in Deutschland jene vorgestellten Hunde aus Unkenntnis abwerten. 
Beim Lion-Clip werden mit der Schermaschine die Hinterhand und der Fang geschoren. Die Hinterhand wird bis zu den Rippen geschoren wobei am Rutenende ungefähr 1/3 der Haare in Form einer Quaste stehen bleiben. Der Fang wird in etwas bis zum Ende der Lefzen geschoren.

Wer zwei oder mehr Wasserhunde hat, sollte sich eine gute Schermaschine gönnen wie z.B. die der Firma Aesculap. Es sind aber auch die günstigeren Maschinen (z.B. die Moser 1245) gut geeignet und auch für "Hobby-Groomer" leicht in der Handhabung.

Beim ausstellungsmäßigen Retriever-Clip, den man eigentlich nur bei Hunden mit der Curly-Haarstruktur machen kann, wird das Haar am ganzen Körper gleichmäßig mit der Schere eingekürzt und der Fang nicht geschoren, sondern in Form geschnitten. Diese Schurart verlangt schon einiges Geschick und ein geübtes Auge. Meistens ist diese "Frisur" bei den Hunden auf dem amerikanischen Homepages zu sehen.

sar4
Natürlich muß jeder Hundehalter selbst wissen, welche Schurart er für seinen Hund am schönsten findet und die meisten Wasserhund-Besitzer lassen die Haare ihres Hundes einfach natürlich wachsen, wobei ich dann vorziehen würde, ihn einmal im Jahr im Sommer kurzscheren zu lassen. Man wird allerdings dann ständig gefragt, um welche Hunderasse es sich denn nun handelt bzw. wenn man einen sehr kurzen Scherkopf erwischt hat, bekommt man anschließend den typischen "Lämmchen-Look".... Oder man hält ihn ständig sportlich kurz, was die Fellpflege natürlich erheblich erleichtert. Da das Fell wieder nachwächst, kann man wirklich auch mal einfach mit der Schere "Drauflosschnippeln", das übt und der eine oder andere wird sicherlich über seine Groomer-Qualitäten erstaunt sein.

Der Pony wird meistens über die Augen getragen aber man merkt schon, dass sich die Hunde wohler fühlen, wenn sie ein größeres Sichtfeld haben. Vor allen Dingen bei alten Hunden ist das schon angebracht, da dann meistens auch die Seh- und Hörkraft nachläßt und sie dann einen unsicheren Gang bekommen oder einfach irgendwo gegen laufen (alles schon gehabt). Man kann die Augen frei schneiden oder die Haare mit dem Haargummi fixieren oder eigene neue Frisuren erstmal am Hund ausprobieren:
amy